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„Der amerikanische Wahlkampf im Web2.0“ Teil 3: Fundraising im Wahlkampf.

Wer in den USA einen Wahlkampf gewinnen will, muss privat finanzielle Mittel auftreiben. Deshalb gewinnt die Erfindung von neuen Methoden zur Erhebung von Drittmitteln in der amerikanischen Wahlkampffinanzierung zunehmend an Bedeutung.

Das Internet vereint in seiner Funktion als Kampagneninstrument mehrere Ziele. Neben seiner Funktion als mobiler Informationspool, als Organisationselement und als Mittel zur Segmentierung von Überzeugungswählern, dient es auch dem sogenannten Fundraising. Fundraising bezeichnet die Analyse, Planung und Erhebung von finanziellen Mitteln, ebenso wie die Kontrolle dieser Erhebung (frei nach Wikipedia, Eintrag „Fundraising“).

Nun ist es nichts Neues, dass Wahlkämpfe Unsummen an Geld kosten. Je mehr potentielle Spender man jedoch über ein strukturell intelligent angelegtes Netz erreicht, desdo höher ist die Chance auf einen Spendenerfolg. Barack Obama hat nun – anders als John McCain oder Hillary Clinton – auf einen Wechsel in der Anwerbung williger Spender gesetzt – und gewonnen. Im Gegensatz zu McCain, mit rund 70 Millionen Dollar an eingenommenen Spenden, oder Hillary Clinton, die sogar noch Ihre privaten Ersparnisse zu Hilfe nehmen musste, ist Barack Obama, mit sage und schreibe 270 Millionen an eingenommenen Spendendollar, unerreichbar an Position Eins der drei Kandidaten. Auch vorherige Kandidaten wie Rudy Gulliani kamen nicht annähernd in die Nähe dieser Summe. Wie konnte Barack Obama bis jetzt so viele Spenden eintreiben?

Nun, zuerst einmal an der Tatsache, dass Obama erkannt hat, dass es nicht nur Großindustrielle in den USA gibt, sondern auch noch rund 260 Millionen Amerikaner, die bereit sind ihren Kandidaten mit einer kleinen Spende von 5-10 Dollar, finanziell zu unterstützen. Anders als Hillary Clinton setzt Obama auf das Volk. Und liegt damit goldrichtig. Es sind die kleinen Spender die ihm diese gewaltige Summe bis jetzt ermöglicht haben. Es ist aber nicht nur einen Differenzierung in der Zielgruppe, sondern ebenso eine Frage der Ansprache der Zielgruppe. Das in den USA weit verbreitete von Tür-zu-Tür gehen hat zwar auch in diesem Wahlkampf bis jetzt seine heilige Pflicht getan, allerdings wurden die meisten Spenden über das Internet erhoben. Die Omnipräsenz dieses Mediums in den amerikanischen Haushalten der Besserverdienenden ermöglichen eine bequeme Unterstützung des Kandidaten aus der Ferne, ohne selbst besonders aktiv werden zu müssen.

Das Internet ermöglicht es den politisch interessierten Wählern ihre Kandidaten schnell und effektiv zu unterstützen. Dazu muss das Medium die Möglichkeit der Spendenabgabe aber auch anbieten. Auf Barack Obama’s Website ist diese Möglichkeit sichtbar platziert. Der Prozess der Spendenabgabe ist einfach und knapp gehalten. Dem willigen Spender werden keine unnötigen Steine in den Weg gelegt.

„Der amerikanische Wahlkampf im Web2.0“ Teil 1: Was ist Web2.0?

Was ist eigentlich Web2.0? Bevor Begriffe durcheinander gewürfelt werden, soll hier ein Ausschnitt aus Wikipedia zu Rate gezogen werden und somit einen ersten Ansatz für weitere Erklärungen liefern.

„Web 2.0 steht für eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des WWWs. […] Richtig populär wurde er erst durch Tim O’Reilly, den Besitzer des gleichnamigen Verlags, mit dem Artikel „What is Web 2.0″ vom 30. September 2005. […] Der Begriff „Web 2.0“ bezieht sich weniger auf spezifische Technologien oder Innovationen, sondern primär auf eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets. Hauptaspekt: Benutzer erstellen und bearbeiten Inhalte in quantitativ und qualitativ entscheidendem Maße selbst. Maßgebliche Inhalte werden nicht mehr nur zentralisiert von großen Medienunternehmen erstellt und über das Internet verbreitet, sondern auch von einer Vielzahl von Individuen, die sich mit Hilfe sozialer Software zusätzlich untereinander vernetzen [2]. Typische Beispiele hierfür sind WikisBlogs, Foto- und Videoportale (z. B. Flickr undYouTube), soziale Online-Netzwerke wie MySpacefacebook und studiVZ sowie Social-Bookmarking-Portale wie del.icio.us, aber auch die schon länger bekannten Tauschbörsen. ( Wikipedia.de, aufgerufen am 27. Juni 2008 )“

Im Internet hat der amerikanische Wahlkampf bereits vor dem realen Wahlkampf begonnen. Allerdings war diese Differenzierung anfangs aufgrund der Vielzahl an Kandidaten schlecht möglich und schwer überschaubar. Wie so oft bei der Beurteilung und Einordnung von Ereignissen, so fällt es im Anschluss leichter Zusammenhänge aufzudecken, zu verstehen und zu deuten. Nachdem jetzt nur noch zwei Kandidaten im Rennen sind – Obama und McCain – ist es möglich die Geschichte des Online-Wahlkampfes rückblickend nachzuzeichnen und eine Prognose auf weiteren Verlauf zu wagen. Auch in Deutschland lassen sich vermehrt Tendenzen feststellen die die Vermutung nahelegen, dass der Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr, im Verhältnis zu dem im Jahr 2005, wesentlich stärker im Netz und anderen Online-Plattformen ausgetragen werden wird.

Auf der rechten Seite befindet sich eine Linksammlung zum Thema Web2.0 und Wahlkampf. Diese beschränkt sich zur Zeit auf allgemeine Anlaufstellen für den amerikanischen Wahlkampf – wird aber im Laufe der Zeit sukzessive erweitert werden.